Implementierung situationsbezogener Entscheidungs- und Wahrnehmungskompetenz in die rettungsdienstliche Ausbildung:
Neben dem Erwerb des Konzeptes besteht zusätzlich die Möglichkeit, Lehrkräfte und Praxisanleitende gezielt fortzubilden, um die Prinzipien von Situation Awareness langfristig, alltagsnah und niedrigschwellig in die Ausbildung zu integrieren.
Der Fokus liegt dabei nicht auf isolierten Theorieeinheiten, sondern auf einer nachhaltigen Veränderung von Wahrnehmung, Unterrichtsdynamik und praktischer Ausbildungskultur.
Lehrkräfte lernen unter anderem:
- wie Situation Awareness kontinuierlich in den Praxisunterricht eingebunden werden kann,
- wie kleine dynamische Veränderungen bewusst genutzt werden können, um Wahrnehmung und Antizipation zu fördern,
- wie man Auszubildende dazu anleitet, auf scheinbar nebensächliche Details zu achten,
- wie Stress, Teamdynamik und Kommunikation die Lagewahrnehmung beeinflussen,
- wie Körpersprache, Verhalten und nonverbale Hinweise interpretiert werden können,
- und wie realitätsnahe Unsicherheiten gezielt in Fallsimulationen integriert werden können.
Dabei geht es bewusst nicht darum, zusätzliche komplexe Unterrichtsblöcke zu schaffen, sondern Situation Awareness als selbstverständlichen Bestandteil praktischer Ausbildung zu etablieren.
Die zweitägigen Unterrichtseinheiten orientieren sich eng an realen rettungsdienstlichen Einsatzsituationen und vermitteln praxisnahe Methoden, die unmittelbar im Unterricht umgesetzt werden können — unabhängig davon, ob es sich um Skills-Training, Fallbeispiele, Simulation oder regulären Praxisunterricht handelt.
Ziel ist es, Lehrkräfte darin zu unterstützen, Auszubildende nicht nur fachlich korrekt auszubilden, sondern ihre Wahrnehmung, Entscheidungsfähigkeit und ihr situationsbezogenes Denken aktiv zu fördern.
Ein besonderer Fokus liegt darauf,
- Situationen nicht ausschließlich nach Algorithmen und Maßnahmen abzuarbeiten,
- sondern Wahrnehmung, Kommunikation und Dynamiken bewusst zu beobachten und zu reflektieren um Handlungskompetenz im Realeinsatz zu erzeugen
Hierzu gehören beispielsweise:
- das Erkennen subtiler Veränderungen in Verhalten und Körpersprache,
- das Wahrnehmen von Stressreaktionen innerhalb eines Teams,
- die Interpretation nonverbaler Kommunikation,
- das frühzeitige Erkennen kritischer Dynamiken,
- sowie das bewusste Einbauen von Unsicherheiten, Störungen und situativen Veränderungen in praktische Unterrichtsszenarien.
Lehrkräfte lernen, wie auch kleine didaktische Anpassungen dazu beitragen können, klinisches Denken, Antizipation und Lagebewusstsein gezielt zu fördern.
